Integration – Ein Berlin für alle

By | 10. März 2016

Ich wünsche mir ein offenes, tolerantes und freundliches Berlin, in dem sich alle Menschen wohlfühlen können, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, sozialem Hintergrund oder Religion.

Das kann nur erreicht werden, wenn wir solidarisch miteinander umgehen und eine Kultur der Begegnung schaffen, in der man sich gern austauscht und andere Kulturen, Werte und Traditionen als Bereicherung empfindet und nicht als Bedrohung bewertet. Vorurteile und Ängste helfen nicht weiter! Um in einer Gesellschaft leben zu können, in der sich alle wohl und heimisch fühlen, bedarf es einer gut funktionierenden Integration. Erfolgreich wird sie aber nur sein, wenn an dieser Integration beide Seiten mitwirken. Wir müssen in dieser unserer Gesellschaft alle Verantwortung für das Gelingen der so oft von uns geforderten Integration übernehmen – Arme und Reiche, Jung und Alt, Gebildete und weniger Gebildete, Deutsche und Zuwanderer können es nur gemeinsam schaffen, dass sich alle Menschen in Berlin zu Hause fühlen. Das bedeutet für mich Integration!

Mir hat sehr zu denken gegeben, dass eine Studie des Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA, 2010) ergeben hat, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund trotz gleicher Leistung oftmals bei der Ausbildungsplatzsuche diskriminiert werden. Alleine schon der Name scheint beim weiteren beruflichen Schicksal eine kaum zu überwindende Hürde zu sein. Das finde ich inakzeptabel!

  • Sprachförderung

Die Beherrschung der deutschen Sprachen ist unerlässlich, um Erfolg in Schule, Ausbildung und Beruf haben zu können. Dass es hier in allen bildungsfernen Gesellschaftsschichten – nicht nur in Familien mit Migrationshintergrund – Defizite gibt, ist manchmal auch in unserem Kiez nicht zu übersehen. Die Sprachförderung muss deshalb in den Kitas ausgebaut werden und früher ansetzen. Gleichzeitig müssen die Kitas auch mit entsprechend ausreichend Personal ausgestattet werden, Kitas die mehr Integrationsarbeit und Spracherziehung leisten müssen, muss auch mehr Personal zur Verfügung gestellt werden. Die von der Bundesregierung eingeführte „Herdprämie“ (das sogenannte Betreuungsgeld) halte ich für den absolut falschen Weg, sie wird sich gerade bei den besonders betroffenen Bildungsschichten kontraproduktiv auswirken. Vielmehr muss auch den Eltern ein umfassendes Angebot an Sprachkursen und Bildungsmöglichkeiten gemacht werden, damit sie ihre Kinder unterstützen können.

  • Personelle Ausstattung der Schulen

Die Sprachförderung an den Kitas muss einhergehen mit integrationsfördernden Maßnahmen an den Schulen. Trotz aller Sparzwänge: Erfolg verspricht dies nur, wenn wir die Schulen mit einer angemessenen Zahl, und das heißt mit mehr, SozialarbeiterInnenn ausstatten und dafür sorgen, dass mehr LehrerInnen mit Migrationshintergrund bei uns arbeiten können. Programme wie das Programm der Brennpunktschulen (=zusätzliche Förderung von SChulen i Problemkiezen sind daher richtig und müssen fortgeführt werden. In Reinickendorf-Ost profitieren bereits 3 Grundschulen davon.

  • Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen

Dies werden wir auch erreichen, indem wir – endlich – ausländische Berufs- und Bildungsabschlüsse schneller anerkennen. Die hier teilweise unerträgliche Bürokratie muss auf das unumgänglich Notwendige zurückgeführt werden. Eine schnelle Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt ist unerlässlich, da müssen die politischen Rahmenbedingungen zeitnah entsprechend angepasst werden. Den Dialog mit den verschiedenen Glaubensgemeinschaften halte ich für eine gute Integration aller in unsere Gesellschaft für unerlässlich.

  • Quotenregelung

Eine Quotenregelung für Azubis und Berufsanfänger im öffentlichen Dienst ist richtig und wichtig. Das entfaltet Vorbildwirkung und nur so lässt sich in einem ersten Schritt erreichen, dass auch in der freien Wirtschaft Schüler mit Migrationshintergrund bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz nicht diskriminiert werden. Gleichzeitig müssen wir – gesamtgesellschaftlich – weiter daran arbeiten, dass diese Diskriminierung bei der anschließenden Arbeitsplatzsuche aufhört. Sie ist nicht hinnehmbar und letztlich für uns alle schädlich. Wie soll sich jemand in eine Gesellschaft integrieren und heimisch fühlen, in der er so offensichtlich diskriminiert wird?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.