Was brauchen Beschäftigte im Krankenhaus, um nicht selbst krank zu werden?

By | 5. Mai 2021
Foto: Sven Meyer und Bettina König

Genau um diese Frage ging es im Gespräch von mir mit Sven Meyer, DGB-Reinickendorf, und Simone Volkert vom Betriebsrat des Humboldt-Klinikums.

Nach ihrer Beobachtung fehlt es vor allem an Anerkennung für den Einsatz der letzten Monate, welcher die Mitarbeiter:innen an die Belastungsgrenze und darüber hinaus gebracht hat. Denn schon vor Corona hat es an ausreichendem Personal gefehlt und Überstunden waren an der Tagesordnung. Das ist für Simone Volkert ein wichtiges Anliegen im Gespräch mit mir und Sven Meyer. Die unterschiedliche Bezahlung der Kollegen:innen zwischen den Alt- und Neubeschäftigten und die daraus entstehende Unzufriedenheit ist ebenso noch immer ein großes Problem. Obwohl es in den letzten Jahren dank der SPD Verbesserungen gab, ist hier noch einiges zu tun.

Der nächste notwendige Schritt ist der Abschluss eines Entlastungstarifvertrag, darin sind sich alle Gesprächspartner einig. Dieser sorgt dafür, dass der Personaleinsatz in den Krankenhäusern patientenbedarfsgerecht geplant wird. Damit wird verhindert, dass das vorhandene Pflegepersonal über Gebühr eingesetzt werden kann.

Ich engagiere mich schon seit Jahren für die Mitarbeiter:innen von Vivantes und Charité und werde weiterhin deren Weg zu besseren Arbeitsbedingungen unterstützen: Wir brauchen die bestmögliche Gesundheitsversorgung für die Menschen und das geht nur, wenn es auch den Beschäftigen in den Krankenhäusern selbst gut geht. Das setzt Wertschätzung, gute Bezahlung und keine permanente Überlastung voraus!

„Die Kolleg:innen vor Ort brauchen die volle langfristige Unterstützung von der Politik und nicht nur symbolisches Klatschen in der Coronazeit! Die Politik muss sich letztlich an ihren Taten messen lassen!“ so Sven Meyer.

Ein Artikel von Bettina König und Sven Meyer, Foto: Team BK

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